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Geburtsablauf

 

Die Geburt ist ein prägendes Ereignis für alle Beteiligten. Moderne Geburtshilfe ist in der Lage, das Risiko für Mutter und Kind auf ein Minimum zu senken und die Geburtsschmerzen in jeder Situation zu lindern oder ganz zu eliminieren. In der individuellen Atmosphäre einer Privatklinik finden Sie Geborgenheit und haben die Spitzenmedizin doch jederzeit abrufbar (Narkosearzt, Periduralanästhesie, Notfall-Kaiserschnitt, Kinderarzt).

 

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Wann soll ich in die Klinik eintreten?

  • Bei regelmässigen, kräftigen Wehen. Gerade bei der ersten Schwangerschaft ist es nicht immer einfach, zwischen Vorwehen und Geburtswehen zu unterscheiden. Geburtswehen kommen alle 10 Minuten und sind in der Regel so stark, dass man während der Wehe nicht sprechen kann.

  • Bei Blasensprung. Dabei entleert sich plötzlich (milchige) Flüssigkeit aus der Scheide.

 

Falls Sie unsicher sind, rufen Sie jederzeit die diensthabende Hebamme an.

 

Hirslanden - Klinik Hirslanden, Zürich

Direktwahl Hebamme: 044 387 35 61

 

Hirslanden - Klinik im Park, Zürich

Direktwahl Hebamme: 044 209 22 42

 

Pyramide - Klinik am See, Zürich

 

 

Möglichkeiten der Schmerzlinderung

Geburtswehen sind schmerzhaft, aber keine Schwangere kann voraussagen, wie gut sie die Wehen wird «verarbeiten» können. Allgemein empfehle ich, ohne allzu feste Vorsätze in die Geburt hineinzugehen (ich will auf keinen/jeden Fall dies oder jenes). Viele Gebärende berichten nämlich, dass die Geburt ganz anders wurde als erwartet (dies heisst nicht unbedingt schlimmer!).

 

  • Zäpfchen, Tabletten, homöopathische Mittel

  • Injektion (Spritze) von Schmerzmitteln in die Vene oder in den Muskel

  • Teilnarkose (Rückenmarknarkose, Periduralanästhesie = PDA, Epiduralanästhesie = EDA). Wirksamste Schmerzlinderung, wobei die Gebärende dank neuen Medikamenten ihre Beine nach wie vor spürt und oft auch kürzere Strecken gehen kann. Siehe Bild.

 

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre «Regionalanästhesie zur Schmerzlinderung bei der Geburt» der Schweiz. Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe; Download hier

 

Folgendes Bild ist aus der Broschüre

 


Regionalanästhesie zur Geburt («Teilnarkose», Peri- bzw. Epiduralanästhesie, PDA, EDA)

Regionalanäshetie zum Kaiserschnitt (Spinalanästhesie)
 

Teilen Sie der Hebamme mit (nicht zu spät!), wenn Sie eine Schmerzlinderung brauchen! Welche Art Schmerzlinderung in der momentanen Situation die beste ist, wird Ihnen die Hebamme empfehlen; sie wird bei Bedarf jederzeit mit mir Rücksprache nehmen.

Haben Sie Angst vor Ihrer Geburt? Sprechen Sie mich bitte bei der nächsten Kontrolle unbedingt darauf an! Ich werde alles versuchen, um Ihnen die Angst zu nehmen.

 

 

Entspannungsbad - Wassergeburt

Lauwarmes Wasser wirkt entspannend und schmerzlindernd; der Auftrieb im Wasser trägt den Körper der Gebärenden. In der Eröffnungsperiode des Muttermundes ist ein Bad deshalb häufig von Vorteil. Wenn bestimmte geburtshilfliche Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Gebärende auch für die folgende Austreibungsperiode (Presswehen) und die Geburt selbst im Wasser bleiben. Die Wassergeburt ist risikolos, wobei einige Regeln beachtet werden müssen. Das Kind kann nicht ertrinken, weil das Signal zum ersten Atemzug erst gegeben wird, wenn die Gesichtshaut mit Luft in Berührung kommt. Deshalb wird das Kind vollständig unter Wasser entwickelt und dann aus dem Wasser gehoben.

 

 

Gebärhaltung

Auch hier gilt: keine festen Vorsätze, sondern aus der Situation heraus die bequemste Stellung wählen. Es gibt viele Möglichkeiten:

  • Gebärbett (halbsitzend)

  • Maya-Hocker (kleiner Schemel am Boden)

  • Roma-Rad (eine Art Schaukel)

  • Gebärwanne (siehe vorherigen Abschnitt)

 

 

Normale Geburt

Im Vergleich zu den meisten Tierarten ist die Geburt beim Menschen relativ kompliziert. Einerseits ist der Kopf im Laufe der Evolution infolge des Gehirnwachstums relativ gross geworden im Vergleich zum Körper, andererseits beschreibt der Geburtsweg einen Knick um 90 Grad. Dieser Knick kam zustande, als unsere Vorgänger von der Fortbewegung auf allen vieren zum aufrechten Gang wechselten.

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Eintreten des Köpfchens ins Becken. Dabei muss es quer eingestellt sein, d.h. die Augen des Kindes schauen nach links oder nach rechts.

 

 Tiefertreten des Köpfchens, Beugung im Nacken undDrehung des Gesichts zum Boden hin.

 

Durchtritt des Köpfchens unter dem Schambein (helles Oval) in maximal gebeugter Stellung.

 

Das Köpfchen ist geboren. Es folgt dann eine weitere Drehung um 90 Grad zur Geburt der Schultern und des übrigen Körpers.

 

 

Dammschnitt

In der letzten Geburtsphase wurde früher fast routinemässig der Damm seitlich eingeschnitten, um den Durchtritt des kindlichen Köpfchens zu beschleunigen und zu erleichtern. Dieser Dammschnitt (Episiotomie) wird heute viel selektiver eingesetzt:

  • dem Kind zuliebe: bei "schlechten" (langsamen) Herztönen, um die Geburt rascher zu beenden
  • der Mutter zuliebe: um ein unkontrolliertes Einreissen des Damms zu verhindern (beispielsweise bei grossem Köpfchen und straffem Damm)

Ärzte wie Hebammen sind in den Kliniken, in denen ich arbeite, durchwegs bestrebt, durch sorgfältigen Dammschutz möglichst ohne Dammschnitt auszukommen. Sollte dabei ein kleiner Dammriss auftreten, so heilt dieser mindestens so gut wie ein Schnitt.

 

 

Saugglocken- und Zangengeburt

Ist der Muttermund vollständig eröffnet und das kindliche Köpfchen fast geboren, kann die Geburt mit einem Instrument "beendet" werden. Dies ist bei zu langsamen Herztönen des Kindes oder bei Erschöpfung der Mutter sinnvoll. Entweder mit der Saugglocke (Vakuum) oder mit der Zange (Forceps) wird schonend am kindlichen Köpfchen gezogen, bis es geboren ist und der übrige Körper normal entwickelt werden kann. Angst vor Saugglocke und Zange sind unbegründet; die Kunst der Geburtshilfe besteht darin, diese Instrumente gezielt, ohne Gewalt und ohne Schaden von Mutter und Kind einzusetzen.

 

Saugglocken-Geburt

Wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist und die Geburt beendet werden sollte (weil die Mutter erschöpft ist oder die Herztöne des Kindes langsamer werden), wird die Saugglocke und (heute viel seltener) die Zange eingesetzt. Die Saugglocke ist ein flexibler Silikonschlauch, der sich dem Köpfchen des Kindes anpasst und mit einer Vakuumpumpe verbunden wird.

 

Einführen der Saugglocke und Anlegen am führenden Teil des Köpfchens. Das Köpfchen wird nun durch wippende Bewegungen hinuntergezogen.

 

Führen des Köpfchens in einer Bogenbewegung unter dem Schambein hindurch. Die linke Hand des Geburtshelfers schützt dabei den Damm.

 

 

Zangengeburt

 

Läuft prinzipiell gleich ab wie die Saugglocken-Geburt. Die beiden Zangenblätter werden wie ein schützender Käfig um das Köpfchen des Kindes gelegt. Auch hier wird das Köpfchen mit sanften, nach links und rechts wippenden Bewegungen entwickelt.

 

 

Wochenbett

Das Wochenbett (die ersten sechs Wochen nach der Geburt) ist eine intensive Zeit der Anpassung und Rückbildung. Gönnen Sie sich etwas Ruhe und Erholung, verschicken Sie die Geburtskärtchen nicht zu früh, schicken Sie zu lange bleibende Besucher höflich nach Hause! Etwa drei Tage nach der Geburt setzt die Produktion der Muttermilch voll ein (sog. Milcheinschuss). In dieser Zeit sind die Wöchnerinnen häufig traurig, reizbar, weinen wegen Kleinigkeiten. Dieser sogenannte Baby-Blues ist eine absolut normale Erscheinung und hängt wahrscheinlich mit der hormonellen Umstellung zusammen. Im Gegensatz dazu entsteht die Wochenbett-Depression meistens aus chronischer Erschöpfung und Schlafentzug heraus, weshalb ich jeder Wöchnerin dringend ans Herz lege, zuhause einen Rhythmus mit Mittagsschlaf zu finden.

 

Wie lange soll man im Spital bleiben? Je nach Situation 3-7 Tage, wobei weniger die Art der Geburt eine Rolle spielt als der Umstand, ob man das erste Mal geboren hat. Insbesondere nach der ersten Geburt soll man die Gelegenheit nutzen, von den Wochenbettschwestern möglichst viele Tips zum Stillen und zur Säuglingspflege zu erhalten. Die Schlusskontrolle in der Praxis empfehlen wir sechs bis acht Wochen nach der Geburt; bei dieser Gelegenheit wird wieder der Krebsabstrich vorgenommen und die Empfängnisverhütung besprochen.